Brigitte Merk-Erbe als Altoberbürgermeisterin geehrt
Die Stadt Bayreuth hat unsere Ehrenvorsitzende Brigitte Merk-Erbe am 30. Oktober im Balkonsaal des Friedrichsforums zur Altoberbürgermeisterin ernannt. Sie ist die erste Frau, die diesen Titel in Bayreuth trägt. Von 2012 bis 2020 hatte sie auch als erste Frau das Rathaus geführt. Der Ort der Feier war gut gewählt, denn die Sanierung der Stadthalle zum Friedrichsforum wurde in ihrer Amtszeit beschlossen und begonnen.
Oberbürgermeister Andreas Zippel zeichnete ihren Lebensweg nach, von der Schulzeit in Bayreuth über 31 Jahre Arbeit mit Kindern mit geistiger Behinderung bis in die Kommunalpolitik. Rudolstadts Bürgermeister Jörg Reichl, der ihr seit vielen Jahren freundschaftlich verbunden ist, zeichnete ihr Wirken als Oberbürgermeisterin nach.
In ihrer Amtszeit hat sie die Finanzen geordnet und wichtige Investitionen vorangebracht, sagte er. Die Schulden der Stadt sanken in diesen acht Jahren von rund 123 auf 75 Millionen Euro. Als Beispiele für die Investitionen nannte er die den Medizincampus Oberfranken und das Friedrichsforum. Reichl berichtet auch über die von ihr 2012 gegründete Brigitte-Merk-Erbe-Stiftung, die gemeinnützige Bayreuther Vereine und ehrenamtliches Engagement unterstützt.
Merk-Erbe sah in der Ehrung eine Anerkennung für alle, die sie damals unterstützt haben. Die eigentliche Auszeichnung sei das Amt selbst gewesen. Sie sprach in ihrer Dankesrede auch offen über heftige Auseinandersetzungen und persönliche Angriffe, die einen Menschen verändern könnten. Umso wichtiger seien Familie und echte Freunde. Ausdrücklich dankte sie ihrem Mann Thomas Erbe.
Zu aktuellen kommunalpolitischen Fragen habe sie sich seit ihrem Ausscheiden bewusst nicht mehr geäußert, so Merk-Erbe. Bei einem Thema machte sie in ihrer Rede eine Ausnahme, bei der Zukunft unserer Demokratie. „Meine Generation hatte ein Zukunftsversprechen“, sagte sie. Man sei mit der Gewissheit aufgewachsen, dass es den Nachkommenden einmal besser gehen werde. Heute werde Zukunft dagegen oft als Bedrohung empfunden. Kräfte, die dem demokratischen Gemeinwesen feindlich gegenüberstehen, nutzten diese Ängste aus. Sie profitierten davon, dass Geschichte vergessen wird und glaubwürdige Perspektiven fehlen.
Ein Patentrezept gebe es nicht. Die demokratischen Kräfte müssten den Menschen aber wieder Hoffnung und Zuversicht vermitteln. Bayreuth nannte sie eine offene, tolerante und zugewandte Stadt, in der Intoleranz, Rassismus, Rechtsextremismus und Nationalismus keinen Platz haben dürfen.
Diese klaren Worte stehen für die Haltung, die Brigitte Merk-Erbe über Jahrzehnte in die BG und in die Stadt eingebracht hat. Wir gratulieren ihr herzlich.
