Informationstafel zum Saurier vom Oschenberg

BG-Fraktionschef Stephan Müller hat in einem Schreiben an Landrat Florian Wiedemann angeregt, am Oschenberg eine gemeinsame Informationstafel von Stadt und Landkreis Bayreuth zum Fund des ersten vollständigen Saurierskeletts Kontinentaleuropas zu errichten.

Anlass des Briefes ist der 250. Geburtstag von Graf Georg zu Münster, Namensgeber des Graf-Münster-Gymnasiums und bedeutender Paläontologe des 19. Jahrhunderts. Im Jahr 1834 ließ sich Graf Münster von einem Steinhauer in einen Steinbruch am Oschenberg führen, nachdem dort große Knochen entdeckt worden waren. Dort legte er das vollständige Skelett eines „wunderbaren Reptils“ frei, das er „Nothosaurus mirabilis“ nannte – ein bis zu drei Meter langer, wendiger, aber gefährlicher Jäger des damaligen Muschelkalkmeeres.

Graf Münster

Die Privatsammlung Münsters erlangte europaweite Bekanntheit und machte Bayreuth für zahlreiche Paläontologen zu einem Anziehungspunkt. Das Urweltmuseum Bayreuth hat das Originalskelett und die Geschichte des Fundes bereits in einer Sonderausstellung „Nothosaurus mirabilis“ mit Karten und Bildern anschaulich aufbereitet.

Die früheren Steinbrüche am Oschenberg im Muschelkalk sind heute nicht mehr als solche erkennbar oder begehbar. Nach Auskunft des früheren Leiters des Urweltmuseums, Dr. Joachim M. Rabold, lag die Fundstelle in einem ehemaligen Steinbruch direkt auf der Grenze zwischen Stadt und Landkreis Bayreuth im Bereich Gewerbegebiet Oschenberg/Fernmeldeturm. Damit ist der Fund ein kultur- und naturhistorisches Alleinstellungsmerkmal der Region, das bislang nur wenig bekannt ist.

Auf diese Besonderheit möchte Stephan Müller aufmerksam machen: Der erste vollständige Saurierfund Kontinentaleuropas fand nicht irgendwo, sondern unmittelbar vor den Toren Bayreuths statt – ein identitätsstiftender Aspekt für Stadt und Landkreis.

Müller regt an, am Oschenberg eine Informationstafel zu diesem außergewöhnlichen Fund anzubringen, um Wanderer und Spaziergänger über die historische Bedeutung des Ortes zu informieren. Als Standort schlägt er einen Punkt an der Stadt-/Landkreisgrenze im Bereich der meist genutzten Wege zwischen Schießanlage und Fernmeldeturm vor. Die Kosten sollen überschaubar bleiben und je zur Hälfte von Stadt und Landkreis getragen werden.

Mit seiner Initiative unterstreicht Stepahn Müller den Einsatz  der Bayreuther Gemeinschaft für die Aufwertung der regionalen Geschichte und die bessere Sichtbarkeit wissenschaftlich bedeutsamer Orte im Stadt- und Landkreisgebiet. Gleichzeitig setzt sie auf Zusammenarbeit mit dem Landkreis, um eine gemeinsame Erinnerungskultur zu fördern und einen attraktiven Punkt für Naherholungssuchende am Oschenberg zu schaffen.